Einführung in Yoga
Yoga ist der Oberbegriff für ein ganzes Bündel an Techniken und Methoden, welche alle den Menschen vom Leiden befreien sollen.
Im Yoga steckt das Wort „Joch“ – was soviel wie „anschirren, anbinden“ bedeutet. Hiermit ist zweierlei gemeint:
Es werden 2 Dinge zusammengefügt – eine Einheit wird hergestellt
Es wird eine Kontrolle über Antriebskräfte hergestellt, eine Lenkung kann stattfinden
Damit ist der Weg des Yoga schon grob umrissen: Yoga soll den Menschen zur Einheit verhelfen und ihm die Kontrolle über seine Antriebskräfte ermöglichen, so dass er seinen Weg zielgerichtet zur Befreiung vom Leiden führen kann. Die Sinne und Gedanken des Menschen werden unter die eigene Herrschaft genommen, der Körper ein willfähriges Instrument.

Moderne Yoga-Methoden gründen vorrangig auf den Yogasutras von Patanjali, die dieser vor 2000 Jahren verfasst hat. Es handelt sich um knapp 200 kurze Sutren, die Ihre Aussagen stringent auf einen Punkt bringen.
Kernelement der Lehre von Patanjali ist der achtgliedrige Pfad des Yoga (zu unterscheiden von den unterschiedlichen Yoga-Arten!):
- Yama (allgemeine Regeln)
- Niyama (besondere Regeln)
- Asana (Körperhaltung, Sitzhaltungen)
- Pranayama (Atemübungen)
- Pratyahara (Zurückziehen der Sinne)
- Dharana (Konzentration)
- Dhyana (Meditation)
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Samadhi (Eins-Sein)
Yoga heute im Westen
Im alten und auch noch im modernen Indien wurde vorrangig die geistig-spirituellen Yoga-Praktiken vollzogen. Die Körperstellungen nahmen nur eine Nebenrolle ein.
Im Westen hingegen wurden die so genannten Asanas zum Synonym für Yoga. Vielleicht weil der westliche Mensch etwas Materielles braucht, was er sehen und spüren kann. Vielleicht, weil im Westen die spirituelle Tradition des Ostens fehlt.
Viele Gesundheit-Richtungen und-Empfehlungen haben Asanas und Pranayama-Übungen in Ihre Lehre mit aufgenommen.
Es heißt dann: Lehre xy beinhaltet Yoga-Elemente. Jedem, der sich ernsthaft auf den Weg des Yogas begibt sollte klar sein, dass dies nur ein kleiner Teil der Yoga-Lehre ist, ja vielleicht könnte man sagen, es ist ein guter Einstieg. Schließlich sind geistige Techniken, Konzentration u.ä. viel schwieriger mit einem lädierten Körper auszuführen.
Yoga üben
Wie vorher gesagt, sind die Asana und Pranayama Übungen ein guter Einstieg ins Yoga. Unsere Internetseiten stellen die wichtigsten Asana und einige Pranayama-Übungen vor (siehe Yoga Übungen und Pranayama). Jemand, der Gefallen findet, sollte sich eine zu ihm passende Yoga-Richtung aussuchen und einen Lehrer, den er für förderlich hält.
Einige Kriterien, die ein guter Yoga-Lehrer erfüllen sollte:
- Ein Mindestmaß an persönlicher Reife und Kenntnis vom Wesen des Menschen
- Der Lehrer sollte gefestigt in seinem Weg sein und nicht gerade mit der Phase des Experimentierens beginnen. Das kann zwar auch interessant sein, sollte aber im Vorhinein klar gestellt werden.
- Der Lehrer sollte mindestens 2-3 Jahre regelmässig Yoga praktiziert haben. Insbesondere die tägliche Meditation ist sehr hilfreich für einen Lehrer, um den Schüler den Zustand der Meditation nicht nur vom Hörensagen erklären zu können
- Auch gewisse pädagogische Grundprinzipien sind hilfreich zu kennen, es sei denn, man ist in der Lehre ein Naturtalent.

